Neustadt in Sachsen, 21. Juli 2017

75 + 1 - ein gelungenes Feuerwehrfest im Ortsteil Krumhermsdorf

Durch den Bau der Kreisstraße im Sommer 2016 in der Ortslage Krumhermsdorf, mussten die Feierlichkeiten zum Feuerwehrjubiläum „75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Krumhermsdorf“ um ein Jahr verschoben werden.

Eingebettet in das jährliche Dorffest standen der Freitag und Sonntag ganz im Zeichen der Feuerwehr. Los ging es am Freitag, dem 14. Juli 2017, 18:00 Uhr, mit dem Löschangriff um den „Pokal des Bürgermeisters“. Die Ortsfeuerwehren aus Berthelsdorf, Krumhermsdorf, Neustadt, Polenz, Rückersdorf und Rugiswalde folgten der Einladung. Leider war auch in diesem Jahr die Teilnahme der Ortswehr Langburkersdorf Fehlanzeige. In einem fairen Wettkampf wurde der Sieger ermittelt. Der hieß, wie in den letzten beiden Jahren: Feuerwehr Berthelsdorf mit einer fantastischen Zeit von 35,04 Sekunden. Damit ging der Pokal zum dritten Mal in Folge an die Berthelsdorfer Mannschaft, die diesen nun behalten darf. Bürgermeister Peter Mühle sagte die Stiftung eines neuen Pokals bei der Siegerehrung zu. Alle gaben ihr Bestes, besonders hoch anzuerkennen ist dabei die Jubiläumswehr Krumhermsdorf, die trotz der großen Belastung durch die Organisation und Durchführung des Festes eine Mannschaft mit großem Kampfgeist stellte und den 5. Platz belegen konnte. Die Kameraden aus Polenz mussten wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert werden. Jedoch nicht die Platzierung ist das Entscheidende, sondern die Teilnahme. Ein wunderbares Höhenfeuerwerk am späten Abend beendete den Tag.

Die Ergebnisse im Überblick: 1. FF Berthelsdorf 35:04 s, 2. FF Rückersdorf 43:42 s, 3. FF Neustadt 49:20 s, 4. FF Rugiswalde 50:27 s, 5. FF Krumhermsdorf 1:29:41 min und 6. FF Polenz ohne Wertung
Feuerwehrjubiläum Krumhermsdorf - Sieger Löschangriff
Die Sieger, die Kameraden der Ortsfeuerwehr Berthelsdorf mit Bürgermeister Peter Mühle


Mit einem Weckruf der Jugendfeuerwehr im Ort begann der Sonntag, der mit seinem vielfältigen Programm den Höhepunkt des Jubiläums bildete. Am Vormittag fand im Festzelt die offizielle Gratulation der Gemeindefeuerwehr und der befreundeten Wehren, des Kreisfeuerwehrverbandes und natürlich des Bürgermeisters statt. Peter Mühle, selbst Feuerwehrkamerad, dankte im Namen des Stadtrates und der Verwaltung für das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Krumhermsdorfer Kameraden. Ihm gleich taten es der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Udo Krause, Gäste und natürlich Gemeindewehrleiter Gunter Anton sowie die Vertreter der Schwesterwehren aus den Ortsteilen.

Pünktlich nach dem Mittagessen startete 13:00 Uhr ein Konvoi mit 25 historischen Feuerwehrfahrzeugen zu einer Ausfahrt von Krumhermsdorf über Ehrenberg nach Neustadt in Sachsen. Dort fand vor dem Rathaus ein Fotoshooting statt, bevor es wieder zurück ging. Die Teilnehmer kamen aus 21 verschiedenen Feuerwehren sowie vom Kreisfeuerwehrverband. Angeführt wurden die Fahrzeuge vom letzten Ausrückedienstwagen (ADW) der ehemaligen Abteilung Feuerwehr des Volkspolizei-Kreisamtes Sebnitz, welcher sich im Besitz des Kreisfeuerwehrverbandes befindet. Eine Augenweide, wie die ehemalige Technik liebevoll gepflegt wird. Ein herzliches Dankeschön dafür und für die Teilnahme.

P3 FFW Krumhermsdorf
Der Krumhermsdorfer P 3 vor dem Rathaus, Foto: Werner Thalheim


Um 14:30 Uhr schloss sich eine Vorführung von historischem Löschgerät vor der Zeit der Motorisierung an. Nachgestellt wurde ein Brand im ehemaligen Rittergut. Die eingebrachte gute Ernte verleitete nach reichlich Alkoholgenuss zu ausgelassenem Treiben auf dem Gutshof. Und es kam wie es kommen musste - Feuer brach aus. Der Versuch mit einer Eimerkette das Feuer zu löschen misslang und so musste fremde Hilfe her. Aus dem benachbarten Neustadt eilten Kameraden mit einer Fassspritze zu Hilfe. Aber auch die reichte nicht aus das Feuer zu löschen und es mussten weitere Löschmannschaften aus umliegenden Ortschaften (und auch weiter entfernten Orten) alarmiert werden. Insgesamt neun voll funktionsfähige Handdruckspritzen aus Berthelsdorf, Dorf Wehlen, Hertigswalde, Langburkersdorf, Langenwolmsdorf, Lohmen, Polenz, Neusalza-Spremberg und Reinhardtsdorf wurden zur Brandbekämpfung eingesetzt. Interessant war auch die Darstellung, wie man zu damaliger Zeit mit aneinandergereihten Spritzen Wasser über eine lange Wegstrecke beförderte. So eine Brandbekämpfung kostet Kraft und so musste auch eine Brotzeit eingelegt werden. Leider waren die Löschversuche allesamt weniger erfolgreich, so dass das Haus bis auf die Grundmauern niederbrannte …

Historischer Brand des Rittergutes
Löschversuch beim Brand des ehemaligen Rittergutes mit Eimern, Foto: Werner Thalheim
hitorische Handdruckspritze

und mit der Handdruckspritze, Foto: Werner Thalheim

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, so den Darstellern auf dem Gutshof (besonders den „Erntehelfern“ aus Moritzburg), gleichermaßen wie den Löschmannschaften aus Nah und Fern und natürlich dem Kommentator sowie allen Helfern bei der Vorbereitung und Durchführung.


Das letzte Highlight des Tages war die Vorführung von moderner Technik der Feuerwehr. Bei einem simuliertem Verkehrsunfall waren zwei Fahrzeuge aufeinander gefahren. Einer der Fahrer suchte das Weite, der andere wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Einsatzkräfte der Jubiläumswehr mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) und der Ortswehr Neustadt mit Löschfahrzeug (LF 16/12 TH) und Rüstwagen (RW 1) wurden alarmiert. Nach Vorbereitung der Fahrzeuge für eine Personenrettung erfolgte diese und der eingeklemmte Fahrer konnte fachgerecht befreit werden. Danach wurde er dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben und die Unfallfahrzeuge gesichert, so dass keine Umweltgefahren von ihnen ausgehen konnten und der Abschleppdienst die Unfallstelle beräumen konnte.

Feuerwehrvorführung simulierter Verkehrsunfall
Vorführung der modernen Technik bei einem simulierten Verkehrsunfall, Foto: Werner Thalheim


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